Das schlaue Schloss

Durch intelligente, drahtlose Schlösser werden Zutrittssteuerungen schneller, einfacher und billiger.

Sargent VS2, das neue Funkschloss von ABLOY, kombiniert die Intelligenz eines mechanischen Schlosses mit der Netzwerkfähigkeit einer Onlinelösung.  

„Wir haben viele Schlösser, die selbstständig Entscheidungen treffen. Sie entscheiden, ob sie eine bestimmte Person hereinlassen oder nicht”, erklärt Bret Tobey, Intelligent Openings Business Development and Product Manager bei ASSA ABLOY Americas. „Bis jetzt mussten wir uns immer mit Kompromisslösungen zufrieden geben, denn die Schlösser konnten entweder in Echtzeit kommunizieren oder eigenständige Entscheidungen treffen. Onlineschlösser hatten keine Intelligenz. Sie waren auf Befehle aus dem Netzwerk angewiesen. Das hat sich jetzt geändert.”  

Eine Klasse für sich
Das Sargent VS2 sei das einzige drahtlose Schloss mit eingebauter Intelligenz, so Tobey. „Andere werden sicher unserem Beispiel folgen”, glaubt er. „Es gibt noch ein weiteres Funkschloss auf dem Markt, das aber nicht eigenständig entscheiden kann. Ein anderes Funkschloss hat die Steuerelektronik auf der unsicheren Seite.”  

Das Sargent VS2 unterscheidet sich von anderen drahtlosen Schlössern, da es nicht auf proprietäre Protokolle angewiesen ist. „Das Schloss kann von jedem handelsüblichen Sender gesteuert werden, der 802.11 b/g beherrscht”, erklärt Tobey. „Bei allen anderen Funkschlössern muss der Anwender zusätzlich proprietäre Übertragungstechnik kaufen.”  

Ein weiterer Pluspunkt des VS2 ist seine Einfachheit. Während traditionelle Zutrittssteuerungen oft aus mehreren Dutzend Einzelkomponenten bestehen, darunter die drahtgebundene Zutrittssteuerung mit der Steuerlogik, vereint das Sargent VS2 alle Funktionen in einem Gerät.  

Erweiterter Zugriff
Das Gerät besteht aus Tastenfeld, Schloss und Drücker. Es sieht gut aus und lässt sich unkompliziert einbauen. Als batteriebetriebenes Gerät ist das Schloss ideal für Innentüren und beschränkte Nutzer- und Zutrittszahlen geeignet.  

„Wir raten von der Installation an Türen ab, die mehrere tausend Mal am Tag geöffnet werden, da die Batterien zu schnell verbraucht wären. Für einige hundert Öffnungsvorgänge pro Tag ist das Schloss aber sehr gut geeignet”, meint Tobey. Das Sargent VS2 ist als Erweiterung bereits installierter Zutrittssteuerungen konzipiert und vor allem als Ersatz für mechanische und unverkabelte elektromechanische Schlösser gedacht.  

„VS2 ist der ideale Ersatz für unverkabelte Schlösser, an die keine besonderen Anforderungen gestellt werden”, sagt Tobey. „Vor allem Unternehmen interessieren sich für Schließlösungen, die einerseits kostengünstig sind, andererseits aber eine Einbindung in das Steuernetzwerk erlauben. Traditionelle, nicht verkabelte Schlösser können bei Problemen keine Rückmeldung geben. Ein rein mechanisches Schloss ist ein wirkungsvoller Schutz gegen unerwünschten Publikumsverkehr, aber es kann nicht kommunizieren.”  

Einfache Installation
Tobey ist überzeugt, dass der Endanwender gar nicht merkt, wenn er vor einem Funkschloss steht. Der einfache Einbau ist ein klarer Vorteil, denn für verkabelte Schlösser ist nicht nur ein Mechaniker, sondern auch ein Elektriker erforderlich. „Sie können das neue Schloss praktisch überall einbauen, ohne sich Gedanken um die Verkabelung zu machen. Ein paar Bohrungen in der Tür, mehr brauchen Sie nicht”.

Durch den einfachen Einbau ist das VS2 eine sehr kostengünstige Lösung. Unternehmen können jetzt intelligente Schlösser in Türen einbauen, wo das bislang zu teuer gewesen wäre. „Wenn Sie früher einen Konferenzraum oder einen Lagerraum mit einem Onlineschloss schützen wollten, waren schnell ein paar Tausend Euro für die Zugangssteuerung fällig, so dass oft darauf verzichtet wurde. Beim neuen V2 können Sie die Zugangssteuerung schon zu einem Drittel bis zu maximal zwei Dritteln der Kosten realisieren”.  

Sobald das System eingerichtet wurde, lassen sich die Zugangsrechte in gewöhnlichen Webbrowsern oder über die bereits installierte Zutrittssteuerungssoftware einstellen.  

Gegenangriff
Das neue Schloss kann zwar für mehr Sicherheit sorgen, ist aber nicht für jede Tür geeignet. Das liegt zum einen daran, dass bestimmte Schutzmaßnehmen für Außentüren, beispielsweise Sensoren und Alarme, nicht verfügbar sind, und zum anderen daran, dass Funkschlösser anfällig für sogenannte „Denial of Service“-Angriffe ist.  

„Angreifer können die drahtlose Kommunikation zwischen Zutrittssteuerung und Schloss stören, so dass keine Alarme durchkommen”, befürchtet Tobey, fügt aber hinzu, dass ASSA ABLOY beim VS2 einige Schutzmaßnahmen eingebaut hat. „Funkdaten lassen sich leicht abhören und wir haben bei der Entwicklung des VS2 immer im Hinterkopf gehabt, dass die übertragenen Informationen abgefangen werden. Deshalb haben wird die Datenübertragung auf Anwendungsebene verschlüsselt. Eine zusätzliche Verschlüsselung erfolgt durch den Anwender, je nach verwendetem Übertragungsprotokoll”, erläutert Tobey.  

Für eine Störung des Funksignals sei ein so hoher technischer Aufwand erforderlich, dass Angriffe dieser Art wenig wahrscheinlich wären. Tobey empfiehlt dennoch, an kritischen Zugangspunkten weiterhin auf die klassische, drahtgebundene Zutrittssteuerung zu setzen.  

„Die Vorsicht gebietet, an der Außengrenze auf eine Funksteuerung zu verzichten. Das Funksystem ist eher dafür ausgelegt, die Zutrittssteuerung auf Türen auszuweiten, die bislang ohne zentrale Steuerung auskommen mussten”, fasst er zusammen. „Wenn Sie das VS2 auf diese Weise verwenden, können Sie die Sicherheit verbessern”.      

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